LT230 mit Gebrauchsspuren

    • Ausgehend von Kurts Beitrag im anderen Forum über zerlegte Thrust Washer im Zentral Diff des VTG:

      Auffällig ist schon, dass im Zentraldiff die Thrust Washer aus Kupfer (zumindest optisch) sind und in der Salisbury aus Stahl. In der Salisbury gab es die Schleifspuren der Planeten im Diffkorb bei meiner Revision nicht.
      Liegt das an der Materialwahl? Ok, die Grösse ist natürlich auch unterschiedlich, aber das Salisbury muss auch mehr Moment übertragen. Mir stellt sich schon die Frage, ob man das "Problem" nicht mit grösseren(?) Thrust Washern aus anderem Material bei verbesserter Ölversorgung deutlich verkleinern könnte?

      Mit einem passenden selbst gedrehten Presswerkzeug kann man sicher auf jeder Werkstattpresse andere Thrust Washer zB aus Stahl pressen.

      Am meisten wird das "Problem" aber sicher verkleinert, wenn man einfach die Sperre einlegt, sobald es möglich ist.
    • Komplette Demontage eines LT230

      Neu

      M20 Antriebswellenmutter lösen und abschrauben.

      [img]http://up.picr.de/32410118fm.jpg[/img]

      Flansch ziehen.

      [img]http://up.picr.de/32410119rs.jpg[/img]

      Hintereantriebswellenmutter und Flansch wie vor beschrieben behandeln.

      [img]http://up.picr.de/32410123ii.jpg[/img]

      Beide Flansche weisen starke Korrosion auf. Jedoch sind die Laufflächenbereiche für die Radialwellendichtringe unkritisch.
      Nach einer mechanischen Überarbeitung, sollte diese wieder wie neu erscheinen.

      [img]http://up.picr.de/32410120fy.jpg[/img]

      Zum Wechseln der 3/8" UNF Schrauben ist zunächst jeweils die Schleuderscheibe vom Passsitz abzuhebeln. Für den am hinteren Flansch verbauten Sicherungsring, wird eine entsprechende Sicherungsringzange benötigt!
      Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die entsprechenden Teile nicht miteinander vermixt werden! <X
      Der vordere Flansch ist plan. Die Schleuderscheibe ist breiter als die hintere. Die 3/8"UNF Schrauben sind kürzer als die für den hinteren.
      Der hintere Flansch hat einen Zentrieransatz!

      [img]http://up.picr.de/32410121qa.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32410122yb.jpg[/img]

      Die M20 Mutter der Achse der Zwischenwelle ohne weitere Maßnahmen abschrauben. Danach die Flanschschraube und den Achshalter entfernen.

      [img]http://up.picr.de/32410124wl.jpg[/img]

      Sämtliche M8 Flaschschrauben mit SW10 demontieren. Diese Schrauben sind eingeklebt. Ein Schlagschrauber kann hilfreich sein.

      [img]http://up.picr.de/32410125hk.jpg[/img]

      Brechen der dauerelastischen Dichtung am Schaltwellengehäuse.

      [img]http://up.picr.de/32410126cr.jpg[/img]

      Der Gewindestift ist hochfest eingeklebt! Die Klebe verträgt aber keine wirkliche Wärme! Ab 150°C kann geschraubt werden.

      [img]http://up.picr.de/32410127nn.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32410151zu.jpg[/img]

      O-Ring von der Schaltwelle entfernen.

      [img]http://up.picr.de/32410152gz.jpg[/img]

      M10 Innengewinde des Schaltfinger nachschneiden.

      [img]http://up.picr.de/32410153ka.jpg[/img]

      Nach einer oberflächlichen Reinigung, Verschlussschraube und Feder der Sperrenrastung demontieren.

      [img]http://up.picr.de/32410154ky.jpg[/img]

      Deckel und Flanschlager gegen die Widerstände der Dichtungen abhebeln.

      [img]http://up.picr.de/32410155bk.jpg[/img]

      Schaltwelle ausdrücken, O-Ringe entfernen.

      [img]http://up.picr.de/32410156sa.jpg[/img]

      Vorderes Differentialhehäuse komplett vom Hauptgehäuse abhebeln. Die Dichtmasse bildet den Widerstand, den es zu brechen gilt!
      Falls möglich, sollte schon jetzt die Verdrehsicherung aus dem Hauptgehäuse gezogen werden.

      [img]http://up.picr.de/32410157gz.jpg[/img]

      Federteller ausbauen. Hilfreich ist ein SW10 Maulschlüssel, ein Schraubendreher (zum zurück schieben der Feder) und ein kleiner Magnet. Spitzzange geht auch ganz gut.

      [img]http://up.picr.de/32410158vp.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32410159zt.jpg[/img]

      Achse der Sperrenschaltgabel ausschieben.

      [img]http://up.picr.de/32410160kg.jpg[/img]

      Ausgebaute Bestandteile der Sperre:
      Druckfeder, Schaltstange, Schaltgabel und Schaltring

      [img]http://up.picr.de/32410166zd.jpg[/img]

      Jetzt fehlt nur noch die Kugel der Ratenbetätigung! Nicht vergessen!! Es sind 9mm Kugeln. Nicht verwechseln der 3/8" Kugeln im R380 oder LT77!!! 8)

      [img]http://up.picr.de/32410167cg.jpg[/img]

      Radialwellendichtring entfernen. Ja, es gibt geeignetere Hilfsmittel!

      [img]http://up.picr.de/32410168sd.jpg[/img]

      Sicherungsring entfernen.

      [img]http://up.picr.de/32410169fq.jpg[/img]

      Ausgangswelle durch wechselseitige Kraft auf den Außenring des Rillenkugellagers austreiben. Eine der Umständlichkeit anmaßende Unterstützung ist dabei ganz hilfreich!

      [img]http://up.picr.de/32410170br.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32410171iy.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32410172hb.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32410173gg.jpg[/img]

      Und schon ist die Distanz zusammen mit dem Außenring des Kegelrollenlagers demontiert!

      [img]http://up.picr.de/32410174ob.jpg[/img]

      Die 10 M8 Flanschschrauben des unteren Revisiondeckels müssen natürlich auch heraus. Auch hier ist ein Druckluftwerkzeug hilfreich, da auch diese Schrauben eingeklebt wurden. Manchmal muss deswegen aber auch von Hand nachgeholfen werden! :supersad:

      [img]http://up.picr.de/32410188vv.jpg[/img]


      Achse mit einem Schonhammer austreiben ...

      [img]http://up.picr.de/32410189sf.jpg[/img]

      --- und von Hand ziehen.

      [img]http://up.picr.de/32410190cg.jpg[/img]

      O-Ring entfernen.

      [img]http://up.picr.de/32410191sp.jpg[/img]

      Zwischenwelle entnehmen. Es ist hilfreich dafür das Hauptgehäuse zu sich zu neigen und an der Welle zu drehen. Irgendwann fällt diese fast selbsttätig heraus. Ganz ohne Zwang.

      [img]http://up.picr.de/32410192ab.jpg[/img]

      Verschlussschraube und Druckfeder der High-Neutral-Low Raststellung entfernen.

      [img]http://up.picr.de/32410193ud.jpg[/img]

      Differential zusammen mit der Schaltstange und -gabel dem Hauptgehäuse entnehmen.

      [img]http://up.picr.de/32410194uj.jpg[/img]

      Verstemmung der Mutter öffnen.

      [img]http://up.picr.de/32410195hb.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32410196vf.jpg[/img]

      Mutter Abschrauben.

      [img]http://up.picr.de/32410197mr.jpg[/img]
    • Neu

      Toll bebildert das ganze.

      Gruß
      AWo
      [: ]o=o[ :] SOS - Save old Series [:o]===[o:]
      Fahrer von Arnes Fahrer Fahrer, bevor Arne Fahrer wurde.
      Ein kluger Mann sagte einmal: "Die Freiheit der Meinungsäußerung beinhaltet auch die freie Meinungsbildung. So lange ich mir noch keine Meinung gebildet habe oder bilden musste, unterliegt der andere einer gewissen Neutralität und geniesst somit auch einen gewissen Schutz, z. B. dass ich ihn einfach in Ruhe lasse, wenn er mir nicht passt."
    • Fortsetzung

      Neu

      Der Kegelrollenlagerinnenring kann mit der mech. Werkstattpresse und sehr speziellen Churchill Tools von der Diff-Welle gezogen werden.

      [img]http://up.picr.de/32416520kj.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416521zm.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416522la.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416523xj.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416524hh.jpg[/img]

      Straßenrad mit Distanzbuchse, die Nabe mit Schaltring und das Geländerad können nun von der Welle geschoben werden. Die Nabe kann dabei einen schwergängigen Schiebesitz zur Kerbverzahnung aufweisen.

      [img]http://up.picr.de/32416525ed.jpg[/img]

      Das Straßenrad weist sichtbaren Verschleiß an den Klauen auf.

      [img]http://up.picr.de/32416543ij.jpg[/img]

      Der Innenring des größeren Kegelrollenlagers wird wieder mit Churchill Tools und der Presse abgezogen.

      [img]http://up.picr.de/32416544rl.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416545pt.jpg[/img]

      8 M10 Sechskantschrauben aus dem Differentialgehäuse herausschrauben.

      [img]http://up.picr.de/32416546md.jpg[/img]

      Wenn nun der neugierige Blick ins Innere noch vollständig erhaltene, jedoch dünne Gleichscheiben erkennen lässt, sollte die Differentialwelle komplett überarbeitet werden können.

      [img]http://up.picr.de/32416547di.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416548tq.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416549rc.jpg[/img]

      Hauptgehäuse umdrehen und sämtliche M10 Schrauben herausdrehen. Da auch diese eingeklebt wurden, empfiehlt sich die Benutzung eines Schlagschraubers.

      [img]http://up.picr.de/32416550ld.jpg[/img]

      Dichtfläche des Tachogehäuses aufhebeln.

      [img]http://up.picr.de/32416551hf.jpg[/img]

      Dichtfläche des PTO Flansches aufhebeln.

      [img]http://up.picr.de/32416552hf.jpg[/img]

      Außenring des Differentialwellen Kegelrollenlagers durch die Gehäusebohrung durchtreiben.

      [img]http://up.picr.de/32416591pk.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416592wd.jpg[/img]

      Hintere Ausgangswelle aus dem Gehäuse Pressen. Der Außenring lässt sich leider nicht mit einem Dorn erreichen. Wenn jedoch das Wälzlager durch die Drehbewegung der Pressenspindel mitdreht, sollten Schäden an der Lauffläche und den Kugeln nicht auftreten. Die Auspresskraft ist eher gering.

      [img]http://up.picr.de/32416593yn.jpg[/img]

      Wälzlager über das Tachontriebrad von der Welle pressen.

      [img]http://up.picr.de/32416594uq.jpg[/img]

      Mit Hilfe des Sperrenschaltringes das Rillenkugellager von der vorderen Ausgangswelle pressen.

      [img]http://up.picr.de/32416595vb.jpg[/img]

      Einzelteile der beiden Ausgangswellen:

      [img]http://up.picr.de/32416596ml.jpg[/img]

      Außenring zusammen mit der Distanz aus dem Lagerflansch der Eingangswelle austreiben.

      [img]http://up.picr.de/32416598dv.jpg[/img]

      Beide Innenringe von der Welle ziehen.

      [img]http://up.picr.de/32416597id.jpg[/img]

      Welle mit Lagern und Distanz:

      [img]http://up.picr.de/32416599tu.jpg[/img]

      Vorgelegewelle mit Außenringen, Steckachse mit aufgeschobenen Innenringen und fester Distanzbuchse:

      [img]http://up.picr.de/32416600vs.jpg[/img]

      Nachdem ein Lageraußenring von innen nach außen ausgetrieben wurde, lässt sich der Sicherungsring demontieren.

      [img]http://up.picr.de/32416632xp.jpg[/img]

      Jetzt kann der Zweite Laufring und danach der Sicherungsring demontiert werden.

      [img]http://up.picr.de/32416633dm.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32416634ut.jpg[/img]

      Außenringe in der richtigen Zuordnung zu den Innenringen aufbewahren!

      [img]http://up.picr.de/32416635cz.jpg[/img]

      Kugel der H-N-L Rastung aus dem Hauptgehäuse entfernen. Nicht vergessen!!! :thumbsup:

      [img]http://up.picr.de/32416636ly.jpg[/img]

      Das wird entsorgt:

      [img]http://up.picr.de/32416637ya.jpg[/img]

      Das soll demnächst montiert werden:

      [img]http://up.picr.de/32416638ux.jpg[/img]
    • Neu

      Das Tachogehäuse, also das rückwärtig angeflanschte Element, beherbergt das Tachoritzel mit seinem stählernen Gehäuse. Dieses Gehäuse wird innerhalb der Passbohrung durch einen O-Ring abgedichtet; die Ritzelwelle läuft in einem sehr kleinen Radialwellendichtring.
      Häufig sitzt das Stahlgehäuse im Aluminiumgehäuse durch Korrosion sehr fest! Dann hilft nur Geduld, Wärme, gezielt eingesetzte Gewalt und Zeit bis das alles zum Vorschein kommt:

      [img]http://up.picr.de/32426955aj.jpg[/img]

      Die Ritzelwellen gibt es mit unterschiedlichen Zähnezahlen. Die Kunststoffräder sind dann rot (1,001), gelb (1,6), blau (1,411), schwarz (1,2) .

      Manchmal sitzen die stählernen Passstifte sehr stramm im Hauptgehäuse. Beim Versuch diese zu ziehen, geht dann schon mal etwas schief:

      [img]http://up.picr.de/32426958hb.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32426957ov.jpg[/img]

      Zentrieren, bohren und ein Gewinde hinein schneiden, sollte immer machbar sein. Danach kann der Rest mit einer Schraube aus dem Grundloch gedrückt werden.

      [img]http://up.picr.de/32426956qd.jpg[/img]

      Genau gleich kann auch mit dem abgesetzten Zentrierstift verfahren werden. Dieser sitzt normalerweise unten auf der Rückseite des Hauptgehäuses.

      [img]http://up.picr.de/32426960lo.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32426959dr.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32426961av.jpg[/img]
    • Differential justieren

      Neu

      Das Gehäuse wird mit den gereinigten Innereien bestückt, mit neuen Gleitscheiben versehen und mit den ursprünglich verbauten Distanzen unter den Sonnenrädern komplettiert. Es macht Sinn, die Dicke der jeweiligen Distanz vor dem Einbau zu messen.

      [img]http://up.picr.de/32436046gp.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32435996ut.jpg[/img]

      Die 8 M10 Sechskantschrauben werden mit jeweils 60Nm angezogen.

      [img]http://up.picr.de/32435998vw.jpg[/img]

      Ausgangswelle mit montiertem Flansch und verbauten 3/8"UNF Schrauben einfügen.

      [img]http://up.picr.de/32435999ly.jpg[/img]

      Bremstrommel aufsetzen und die innere Reibung mit einer Federwaage überprüfen.

      [img]http://up.picr.de/32436000ld.jpg[/img]

      Die Zugkraft darf am Umfang der Bremstrommel 900g betragen. In diesem Fall war es leider mehr.

      Nachdem das Getriebe wieder geöffnet ist, wird die dickere der beiden Scheiben durch eine dünnere ersetzt.
      Es ist dabei sehr praktisch, wenn auf eine ansehnliche Anzahl unterschiedlich dicker Distanzen zugegriffen werden kann.

      [img]http://up.picr.de/32435995zc.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32436001zt.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32435997xg.jpg[/img]

      Nach dem erneuten Zusammenbau wird wieder der Rollwiderstand bestimmt.

      [img]http://up.picr.de/32436000ld.jpg[/img]

      Dieser war immer noch zu hoch, jedoch geringer als bei der ersten Messung. Also muss wieder demontiert werden und die andere Scheibe durch eine dünnere ersetzt werden.

      [img]http://up.picr.de/32436001zt.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32436002jn.jpg[/img]

      In diesem Fall passte die Abmessung der Distanz zum gemessenen Drehwiderstand. :thumbsup:

      Diese Einstellerei ist ein Geduldspiel für sehnsüchtige. Manchmal ist es auch zum Haare raufen.

      Danach kann das Differential weiter zusammen gebaut werden oder wird eingelagert.

      [img]http://up.picr.de/32436003fe.jpg[/img]

      [img]http://up.picr.de/32436004nu.jpg[/img]